Verein registrieren

Gemeinschaft der Transdisziplinaristen

Mit großem Interesse und Vergnügen habe ich den Diskussionsbeitrag von Matthias Kaiser und Peter Gluckman gelesen. Ich unterstütze ihre Analyse ebenso wie ihren Anspruch auf institutionellen Wandel. Kein Wunder, denn mein Arbeitsplatz ist das Transdisziplinaritätslabor der ETH Zürich. Am TdLab coachen wir Studierende und Forscher bei der Bewältigung von Nachhaltigkeitsherausforderungen durch Wissenskoproduktion.

Allerdings gibt es etwas, das Kaiser & Gluckman unterschätzen: Seit mehr als 20 Jahren bilden Wissenschaftler, die transdisziplinäre Forschung (TDR) oder ähnliche Formen kollaborativer Forschung betreiben und reflektieren, eine Gemeinschaft. Sie treffen sich zB am Internationale Transdisziplinaritätskonferenz, die Konferenz der Verein für interdisziplinäre Studien oder von der Internationales Netzwerk für die Wissenschaft der Teamwissenschaft. Diese Wissenschaftler diskutieren Herausforderungen wie die Einbindung von Interessengruppen oder Integrationsexperten in Australien Einblicke in Integration und Implementierung Blog. Mitglieder dieser Communities stellen Online-Tools zur Verfügung, z. B. (a) zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen (Toolbox-Dialoginitiative), (b) um das Richtige zu finden Werkzeug zur Bewältigung einer besonderen Herausforderung des TDR oder (c) erklären Sie das Die zehn besten Tipps für transdisziplinäre akademische Karrieren oder für das Verfassen eines transdisziplinären Antrags. Daher gibt es eine lebendige Gemeinschaft von „Transdisziplinären“, die über Fachwissen im Umgang mit unterschiedlichen Standpunkten und Erkenntnistheorien sowie in der Gestaltung von Prozessen der Wissenskoproduktion verfügen.

Diese Community ist für die Evaluierung relevant, was Kaiser & Gluckman zu Recht als Schlüssel zur Stärkung von TDR identifiziert. Solche Wissenschaftler sind in der Lage, die Qualität von TDR-Vorschlägen zu beurteilen. Sie prüfen beispielsweise, ob die erste Phase des „Problem Framings“ angemessen gestaltet und mit ausreichenden personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet ist. Beim „Problem Framing“ identifizieren Forscher und gesellschaftliche Akteure gemeinsam das Problem, die Art(en), es zu betrachten und die Forschung, die erforderlich ist, um den nächsten Schritt bei der Bewältigung des Problems zu gehen. In einem kürzlich geförderten Projekt des strategischen Bereichs des ETH-Bereichs „Engagement und Dialog mit der Gesellschaft„Wir widmen diesem Prozess das gesamte erste Jahr.

TDR-Stipendiaten werden sich auch mit der dritten Phase der „Erforschung der Auswirkungen“ befassen. Die Umsetzung wird oft fälschlicherweise als linearer Prozess der Wissensvermittlung konzeptualisiert. Dies geht mit der impliziten Annahme einher, dass es die Schuld der Forscher ist, wenn das Wissen nicht fließt. Bei TDR handelt es sich bei Lösungen eher um Prototypen, die auf unbeabsichtigte Auswirkungen getestet werden müssen. Denn Lösungen basieren auf (a) Vereinfachungen der komplexen Welt, die im Zuge der Wissenskoproduktion entstehen, und (b) Theorien darüber, wie sie die aktuelle Situation verändern werden. Die Erforschung der Umsetzung bedeutet zu testen, wie angemessen die Komplexität reduziert wurde und wie angemessen die implizite Theorie der Veränderung ist. Nach meinem Verständnis sollte diese dritte Phase zur Analyse der Herausforderungen der Bewertung durch Kaiser & Gluckman hinzugefügt werden.

Die institutionellen Herausforderungen, die Kaiser & Gluckman darstellen, sind sehr inspirierend und zeigen das Ausmaß der erforderlichen Transformation. Ich stimme zu, dass die allgemeine Richtung darin bestehen wird, das akademische System zu diversifizieren. Erfolgreich in Bezug auf Zitationen zu sein, ist dann eine mögliche Rolle im System. Andere sollten fest angestellt werden, weil sie die Interaktion zwischen Wissenschaft und Gesellschaft beherrschen oder weil sie wissen, wie man mit verschiedenen Erkenntnistheorien und Herausforderungen umgeht. Dadurch wird sich auch der Geldfluss verändern. Es wird weniger Geld für das Schreiben, Überprüfen, Lesen und Veröffentlichen von Papieren aufgewendet. Mehr Geld soll in die Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Disziplinen und gesellschaftlichen Akteuren zur Lösung gesellschaftlicher Probleme fließen. Das Ergebnis einer solchen Zusammenarbeit werden neue Netzwerke, Vertrauen und langsame Wissensflüsse und Praktiken sein, die schwer nachzuvollziehen sind. Das ist vielleicht weniger zählbar als Zitationen, aber es wird Universitäten auf vielfältige neue Weise mit dem gesellschaftlichen System verbinden, dem sie angehören.

Zum Inhalt