ICSU veröffentlicht im Vorfeld des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft einen Aktionsplan

Der Internationale Wissenschaftsrat (ICSU) veröffentlicht einen Aktionsplan – „Wissenschaft in der Informationsgesellschaft“ – und lädt die Regierungen ein, ihn während des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft (Genf, Dezember 2003) zu unterstützen.

PARIS, Frankreich – Nach einem Treffen führender Wissenschaftler aus der ganzen Welt und Vertretern internationaler Organisationen im März 2003 wurde jetzt vom International Council for Science ein Aktionsprogramm – Wissenschaft in der Informationsgesellschaft – veröffentlicht. Die formellen Dokumente für den Weltgipfel zur Informationsgesellschaft werden von den Regierungen während eines Interzessionstreffens ausgehandelt, das vom 15. bis 18. Juli (Paris, Unesco-Haus) und während PrepCom III (Genf, 15. bis 26. September) stattfinden wird. Die Aktionsagenda der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft sollte einen wichtigen Beitrag zu diesen Verhandlungen und anschließend zum Gipfel selbst leisten.

Universeller Zugang zu wissenschaftlichem Wissen, Entscheidungsfindung und Governance, politische Fragen für wissenschaftliche Informationen und Verbesserung der allgemeinen und beruflichen Bildung sind die vier Schlüsselthemen, die von der wissenschaftlichen Gemeinschaft bei der Entwicklung ihrer Aktionsagenda ausgewählt wurden. Die wissenschaftlichen Perspektiven in Bezug auf jedes dieser Themen sind in einer Reihe von vier veröffentlichten Broschüren zusammengefasst, die auf Englisch, Französisch und Spanisch erhältlich sind. Für jedes Thema werden die wichtigsten Prinzipien, die Herausforderungen, die erforderlichen Maßnahmen sowie Best-Practice-Beispiele hervorgehoben. Beispiele finden sich in den Bereichen Wassermanagement, Wettervorhersage, Gesundheitsüberwachung, Wissenschaftskommunikation und Kapazitätsaufbau für die Forschung.

Eine sehr starke Botschaft an die Regierungen ist die Notwendigkeit, den öffentlichen Bereich für wissenschaftliche Daten und Informationen zu stärken und einen gleichberechtigten Zugang dazu zu gewährleisten. Wie Professor Jane Lubchenco – ICSU-Präsidentin – feststellt: „Wissenschaftliches Wissen birgt ein enormes Potenzial, der Welt dabei zu helfen, die UN-Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen, und der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnet beispiellose Möglichkeiten, diesen Prozess zu beschleunigen. Gleichzeitig müssen Wissenschaftler und Regierungen zusammenarbeiten, um das sehr reale Risiko anzugehen, dass sich die sogenannte „digitale Kluft“ weiter ausdehnt und die Trennung zwischen Arm und Reich, Nord und Süd verstärkt.“

Die Mission der ICSU ist es, die internationale Wissenschaft zum Nutzen der Gesellschaft zu stärken. In Partnerschaft mit seinem spezialisierten Komitee für Daten für Wissenschaft und Technologie (CODATA) und dem International Network for the Availability of Scientific Publications (INASP) arbeitet ICSU daran, die Bedeutung der Wissenschaft in der sich entwickelnden Informationsgesellschaft hervorzuheben.


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