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Neue globale Wissenschaftsinitiative zu Urban Health

Die globale Wissenschaftsgemeinschaft startet ein neues interdisziplinäres Wissenschaftsprogramm für die städtische Entscheidungsfindung in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden

Rom, Italien – Die Generalversammlung des International Council for Science (ICSU) hat heute Pläne für eine neue globale Initiative „Gesundheit und Wohlbefinden in der sich wandelnden städtischen Umwelt: Ein Ansatz zur Systemanalyse“ gebilligt.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in städtischen Gebieten, und dieser Anteil nimmt rapide zu, wodurch neue Herausforderungen für die Erhaltung und Verbesserung der menschlichen Gesundheit und des Wohlbefindens entstehen. Einfache Modelle für die Gesundheit der Bevölkerung haben oft eine begrenzte Anwendbarkeit in komplexen städtischen Umgebungen, in denen Entscheidungsfindung und Politik gleichzeitig viele verschiedene Probleme berücksichtigen müssen. Der ICSU-Wissenschaftsplan legt einen neuen konzeptionellen Rahmen für die Berücksichtigung der multifaktoriellen Natur sowohl der Determinanten als auch der Manifestationen von Gesundheit und Wohlbefinden in der städtischen Bevölkerung fest. Die Anwendung der Systemanalyse – quantitative Modellierung von Beziehungen zwischen miteinander verbundenen Systemen – bietet einen Mechanismus zur Erforschung dieser Komplexität und zur Bereitstellung von Lösungen für reale Probleme.

„Ein neuer Ansatz für städtische Gesundheit und Wohlbefinden ist erforderlich. Der Erfolg dieser Initiative wird davon abhängen, inwieweit Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zusammenarbeiten können, um städtische Probleme auf eine für Entscheidungsträger nützliche Weise anzugehen“, sagt Dr. Landis MacKellar, Wirtschaftswissenschaftler vom International Institute of Applied Systems Analysis (Wien, Österreich), der die ICSU-Planungsgruppe leitete. „Es ist ein ehrgeiziger Plan, aber das Ausmaß der städtischen Gesundheitsherausforderungen ist enorm und wächst weiter, daher müssen wir optimistisch sein, dass Wissenschaft und Politik zusammenkommen können, um praktische Lösungen zu erarbeiten.“

Eine Region, in der die neue Initiative voraussichtlich besondere Relevanz haben wird, ist Asien und der Pazifikraum, wo mehr als 60 % der Weltbevölkerung lebt und die jährliche Wachstumsrate der städtischen Bevölkerung über 2 % beträgt. Eine Expertengruppe aus dieser Region wurde bereits von der ICSU einberufen, um zu prüfen, wie die globale Initiative in Asien umgesetzt werden kann. Professor Indira Nath, eine klinische Wissenschaftlerin (Neu-Delhi, Indien) und Vorsitzende dieser regionalen Gruppe, stellte der ICSU-Versammlung ihren Bericht vor. „Alle städtischen Gebiete sind unterschiedlich, aber sie haben auch Gemeinsamkeiten und wir können voneinander lernen“, sagte sie. „Der globale Rahmen- und Systemansatz ist für diese vielfältige Region von entscheidender Bedeutung, da er es uns ermöglichen würde, über Städte, Länder und Regionen hinweg zu koordinieren und zusammenzuarbeiten, um Projekte mit spezifischen lokalen Bedürfnissen umzusetzen. Wir müssen global denken und lokal handeln.“

Die Scientific Unions der ICSU, die die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen vertreten, werden in den nächsten Monaten eine wichtige Rolle bei der Förderung der neuen Initiative spielen. Ein internationaler wissenschaftlicher Beirat wird eingesetzt, um die Umsetzung zu überwachen, und ein internationales Programmbüro muss eingerichtet werden. In der Zwischenzeit beginnen Wissenschaftler in Asien bereits, unter dem neuen Rahmen zusammenzuarbeiten, und es besteht die Hoffnung, dass sich Wissenschaftler in anderen Regionen bald anschließen werden.

Anfragen der Medien

Howard Moore, ICSU E-Mail: howard.moore@icsu.org Tel: +33 6 42 79 37 71.

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